Digitale Souveränität im Gesundheitswesen: Curala startet mit KI-gestützter Dokumentation aus Innsbruck
- Bruno

- 21. Nov. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 15. Dez. 2025
Hinweis
Diese Pressemitteilung wurde am 30.11.2025 im Zuge unseres Rebrandings aktualisiert. Ursprünglich veröffentlicht am 19.08.2025 unter unserem früheren Namen.
Innsbruck, 19. August 2025 — Die Idee für das Innsbrucker Startup Curala beginnt nicht im Labor, sondern am Rande eines Vortrags auf einer Fachkonferenz: Gerade wurde eine Studie in einem führenden medizinischen Fachmagazin vorgestellt, die zeigt, dass KI-Chatbots in bestimmten Bereichen bessere Antworten geben als medizinisches Personal. Fabian Sommer, Doktorand an der Universität Innsbruck, spricht mit seinem Professor darüber, wie KI wohl in Tiroler Ordinationen bereits eingesetzt wird, wie viel Zeit dort für Dokumentation verloren geht und warum viele digitale Angebote trotz Bedarf scheitern.
Aus dem Gespräch entsteht eine Studie zur KI-Adoption in Tirol. Die Ergebnisse zeigen: Ärztinnen und Ärzte wünschen sich digitale Unterstützung, akzeptieren sie aber nur, wenn Datenschutz zweifelsfrei ist, die Einführung ohne Reibung gelingt und am Ende eine echte Entlastung für Ärztinnen, Ärzte und Ordinationsassistent:innen entsteht – durch einfache Integration in bestehende Abläufe. Diese Bedingungen werden zum Pflichtenheft für ein Produkt, das damals noch keinen Namen hat.
Aus Interviews, Beobachtungen in Ordinationen und ersten Prototypen wächst Curala: eine Webanwendung, die auf Computer oder Smartphone läuft, Patient:innengespräche in Echtzeit mitschreibt und unmittelbar strukturierte Befundnotizen, Arztbriefe oder OP-Berichte erzeugt – so, wie die Ordination sie vorgibt. Die Integration bleibt bewusst niedrigschwellig: Der fertige Text wird in bestehende Systeme übernommen oder als Word- oder PDF-Dokument weitergegeben; Abläufe müssen nicht umgebaut werden.
„Wir wollten erreichen, dass aus jedem Gespräch direkt ein fertiges Dokument entsteht – ganz ohne Nacharbeit.“ Ein Innsbrucker Arzt, der den Prototyp getestet hat, fasst den Effekt so zusammen: „Ich kann mich auf meine Patientinnen und Patienten konzentrieren, die Notiz entsteht nebenbei.“
Aus der Studie und den ersten Prototypen entsteht 2025 die Gratwerk GmbH. Neben einem klaren Fokus auf Datenschutz und digitale Souveränität konnte ein Investor überzeugt und die erste Finanzierung gesichert werden. Der Betrieb läuft EU-konform, die Daten werden in Innsbruck verarbeitet und gespeichert.
Curala stärkt Ärztinnen, Ärzte und ihre Teams in der patientenorientierten Steuerung des Praxisalltags: Gespräche werden in Echtzeit miterfasst und sofort in nutzbare Dokumente verwandelt. Damit rückt die Patientenversorgung wieder in den Mittelpunkt, während die Dokumentation im Hintergrund passiert.
„Curala steht für digitale Souveränität im Gesundheitswesen. Wir zeigen, dass KI dort am meisten Wirkung entfaltet, wo sie Ärztinnen, Ärzte und Ordinationsassistentinnen entlastet und gleichzeitig die Patientenversorgung verbessert“, sagt Bruno Kühn, einer der Gründer der Gratwerk GmbH.
Heute wird Curala bereits in zahlenden Pilotpraxen eingesetzt – von der Orthopädie über Chirurgie und Psychotherapie bis hin zur Veterinärmedizin. Ärztinnen, Ärzte und Ordinationsassistentinnen sparen täglich wertvolle Zeit, indem Dokumentation im Hintergrund entsteht, während sie sich auf die Patienten konzentrieren.
„KI im Gesundheitswesen kann nur dann Vertrauen gewinnen, wenn Patientendaten sicher bleiben. Wir sind ein Startup aus Innsbruck und überlassen diese sensiblen Daten nicht den großen amerikanischen Digitalkonzernen – dafür sind sie zu wichtig“, sagt Marjan Grabowski, von der Gratwerk GmbH.
Nach erfolgreichen Tests in Tiroler Praxen wird Curala derzeit schrittweise von Tirol aus in ganz Österreich ausgerollt. Ziel ist es, das Gesundheitssystem von administrativer Last zu befreien und den Weg für eine menschenzentrierte, patientenorientierte Versorgung zu öffnen.
Über Curala
Curala ist eine in Innsbruck entwickelte Lösung für medizinische Transkription und Dokumentation. Wir verwandeln Patient:innengespräche in präzise, strukturierte Dokumentation – effizient, sicher und DSGVO-konform. Gespräche in der Ordination, per Video oder am Telefon werden in Echtzeit erfasst, strukturiert und im gewünschten Praxisformat ausgegeben, von der Anamnese bis zum OP-Bericht. Kein Tippen und kein manuelles Transkribieren.
Im Alltag startet die Anwendung am Computer oder Smartphone. Der Notizentwurf wächst während des Gesprächs mit, wird danach kurz geprüft und mit einem Klick in das Praxisverwaltungssystem übernommen oder exportiert. Das funktioniert sowohl in der Ordination als auch in der Klinik.
Datenschutz hat dabei höchste Priorität. Alle Daten werden in Innsbruck verarbeitet und gespeichert. Die Lösung ist DSGVO-konform, die Speicherung von Audio ist optional. Curala wurde gemeinsam mit Ärztinnen und Ärzten entwickelt, setzt auf digitale Souveränität und entlastet Praxisabläufe sowie das Gesundheitssystem.
Curala wird fachrichtungsübergreifend eingesetzt. Orthopädie, Chirurgie, Psychotherapie und auch Veterinärmedizin profitieren von strukturierten Vorlagen und Ausgaben im passenden Praxisformat, sodass Dokumente unmittelbar weiterverwendet werden können.
Über Gratwerk
Die Gratwerk GmbH mit Sitz in Innsbruck entwickelt nutzerzentrierte KI-Lösungen für das Gesundheitswesen mit Fokus auf Datenschutz, digitale Souveränität und praxistaugliche Integration. Curala ist eine Marke der Gratwerk GmbH.
Was uns antreibt? Unsere Vision einer patient:innenzentrierten Versorgung und der Wunsch, den klinischen Alltag spürbar zu erleichtern, damit mehr Zeit für’s Wesentliche bleibt.